Trockene Hände vom häufigen Händewaschen: was wirklich hilft - Meine Lieblingscreme

Trockene Hände vom häufigen Händewaschen: was wirklich hilft

Wenn du dir beruflich ständig die Hände waschen musst, hilft dir vor allem eines: direkt nach dem Waschen cremen, dünn, und mit einer Creme, die schnell einzieht.

Das klingt banal. Es ist aber genau der Punkt, an dem die meisten scheitern. Nicht weil sie zu wenig cremen, sondern weil sie zum falschen Zeitpunkt cremen und dabei zur falschen Textur greifen.

Warum das so ist, erkläre ich dir jetzt. Und was du sonst noch tun kannst.

Der häufigste Fehler: der Zeitpunkt

Die meisten cremen abends. Da haben die Hände schon zwölf Stunden gelitten. Das ist besser als nichts, kommt aber spät.

Deine Hautbarriere wird über den Tag hinweg bei jedem Waschgang ein Stück abgebaut. Sie braucht mehrere Stunden, um sich zu erholen. Wenn der Nachschub erst am Abend kommt, war sie den ganzen Tag ungeschützt.

Der zweite Fehler hängt damit zusammen: die Textur. Bei rauen Händen greifen viele zur besonders reichhaltigen Creme. Die zieht langsam ein und hinterlässt einen Film. Und wird deshalb im Arbeitsalltag einfach nicht benutzt. Wer gleich danach ein Tablett tragen, eine Tastatur bedienen oder ein Kind wickeln muss, cremt nicht. Die beste Creme nützt nichts, wenn sie in der Schublade bleibt.

Der dritte Fehler: viel auf einmal, dafür selten. Eine dicke Schicht am Abend ersetzt keine dünne Schicht mehrmals täglich.

Was beim Händewaschen tatsächlich passiert

Deine Haut hat eine Schutzschicht, die oberste Hornschicht. Man kann sie sich wie eine Mauer vorstellen. Die Hornzellen sind die Ziegel, dazwischen liegt ein Mörtel aus Fetten, genauer aus Ceramiden, Cholesterin und freien Fettsäuren.

Dieser Mörtel hält Feuchtigkeit in der Haut und Fremdstoffe draußen.

Seife tut nun genau das, wofür sie gemacht ist: Sie löst Fett. Dabei unterscheidet sie nicht zwischen dem Fett auf deinen Händen und dem Fett in deiner Hautbarriere. Bei jedem Waschgang geht ein Teil dieses Mörtels verloren.

Einmal am Tag ist das kein Problem, die Haut baut ihn nach. Sie braucht dafür allerdings mehrere Stunden. Wäschst du dir alle 20 Minuten die Hände, kommt sie schlicht nicht hinterher.

Dazu kommt ein zweiter Punkt, den kaum jemand kennt: der pH-Wert. Gesunde Haut liegt bei etwa 5,5, also im leicht sauren Bereich. Das ist kein Zufall. Dieser Säureschutzmantel hält Bakterien in Schach und sorgt dafür, dass die Enzyme funktionieren, die deine Hautbarriere reparieren. Klassische Seife ist alkalisch, oft bei pH 9 oder 10. Nach dem Waschen dauert es Stunden, bis die Haut ihren pH-Wert wieder eingestellt hat. Wäschst du in der Zwischenzeit erneut, beginnt das Spiel von vorn.

Selbst das Wasser allein ist nicht harmlos. Die Haut quillt auf, trocknet ab, quillt wieder auf. Dieser ständige Wechsel belastet die Hornschicht zusätzlich. Warmes Wasser wirkt dabei stärker als kaltes.

Der Punkt, der die meisten überrascht

Viele glauben, Desinfektionsmittel sei das eigentliche Problem. Alkohol auf der Haut, das muss ja schlimm sein.

Tatsächlich ist es umgekehrt. Für die Hautbarriere ist alkoholische Desinfektion in der Regel schonender als häufiges Waschen mit Seife. Alkohol verdunstet und entfernt dabei deutlich weniger Barrierefette als Tenside. Deshalb empfehlen Hygienefachleute in Kliniken bei sichtbar sauberen Händen die Desinfektion statt des Waschens. Nicht nur aus Hygienegründen, sondern auch, um die Haut zu schonen.

Dass Desinfektionsmittel auf bereits geschädigter Haut brennt, führt zum falschen Schluss. Es brennt, weil die Barriere schon verletzt ist. Nicht, weil es sie verletzt.

Wenn du also die Wahl hast und deine Hände nicht sichtbar verschmutzt sind: Desinfizieren belastet die Haut weniger.

Was die Haut braucht

Eine gute Handpflege arbeitet auf drei Ebenen.

Feuchtigkeit binden. Stoffe wie Glycerin ziehen Wasser an und halten es in der Hornschicht. Sie sorgen dafür, dass die Haut geschmeidig bleibt.

Fette nachliefern. Pflanzliche Öle und Butter ersetzen das, was Seife herausgelöst hat. Sheabutter etwa ist reich an Stearin- und Ölsäure und liefert genau die Bausteine, die deiner Barriere fehlen. Avocadoöl bringt zusätzlich ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E mit.

Verdunstung bremsen. Eine dünne Schicht auf der Oberfläche verlangsamt den Wasserverlust. So bekommt die Haut Zeit, sich selbst zu reparieren.

Was du nicht brauchst, ist möglichst viel von allem. Eine Creme mit vierzig Inhaltsstoffen ist nicht besser als eine mit zwölf. Bei empfindlicher oder gereizter Haut ist weniger oft mehr, denn jeder zusätzliche Duft- oder Konservierungsstoff ist ein weiterer möglicher Auslöser.

Eine Routine, die im Arbeitsalltag funktioniert

Nach jedem Waschen richtig abtrocknen. Feuchte Hände trocknen stärker aus als abgetrocknete, weil verdunstendes Wasser Feuchtigkeit aus der Haut mitzieht. Besonders zwischen den Fingern.

Direkt danach cremen, dünn. Nicht abends, nicht erst wenn es weh tut. Solange die Haut noch leicht feucht ist, wird die Restfeuchtigkeit mit eingeschlossen.

Eine Tube dort, wo du wäschst. In der Kitteltasche, neben dem Waschbecken, in der Schürze. Was du erst holen musst, benutzt du nicht.

Lauwarm statt heiß waschen. Heißes Wasser löst mehr Fett.

Nachts die Chance nutzen. Acht Stunden ohne Waschen sind die beste Reparaturzeit, die deine Haut bekommt. Abends etwas großzügiger zu cremen lohnt sich deshalb wirklich.

Bei sehr strapazierten Händen: über Nacht dick eincremen und dünne Baumwollhandschuhe darüber. Klingt unbequem, wirkt aber erstaunlich gut.

Wann du zum Arzt gehen solltest

Trockene Haut ist unangenehm, aber harmlos. Es gibt jedoch Anzeichen, bei denen Pflege allein nicht mehr ausreicht:

  • nässende oder blutende Risse
  • Bläschen, starke Rötung oder anhaltender Juckreiz
  • Beschwerden, die sich trotz konsequenter Pflege über Wochen nicht bessern
  • Verdacht auf eine berufsbedingte Hauterkrankung

Dann gehört das in ärztliche Hände. Ein Handekzem ist behandelbar, aber nicht mit Kosmetik. Und wenn es beruflich bedingt ist, gibt es Wege über die Berufsgenossenschaft. Dafür ist eine frühe Diagnose wichtig.

Worauf du beim Kauf achten kannst

Wenn du dir häufig die Hände wäschst, ist die wichtigste Eigenschaft nicht "besonders reichhaltig". Sie lautet: Zieht die Creme schnell genug ein, dass du sie auch wirklich mehrmals täglich benutzt?

Danach kommt die Verträglichkeit. Wenige, klar deklarierte Inhaltsstoffe. Und eine Textur, die sich für dich richtig anfühlt. Denn das entscheidet darüber, ob die Tube leer wird oder in der Schublade verstaubt.


Genau aus dieser Beobachtung ist unsere Handcreme Samtpfote entstanden. Ich wollte eine Creme, die schnell einzieht und keinen fettigen Film hinterlässt, damit man sie auch mitten im Arbeitstag benutzt und nicht erst abends. Mit Sheabutter und Avocadoöl, ohne unnötige Zusätze. Hergestellt wird sie bei unserem Lohnhersteller Schneider in Bad Tölz, abgefüllt wird sie bei uns von Hand.

Barbara Gallasch, Kosmetikerin

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