Trockene Haut im Gesicht im Winter: was jetzt wirklich hilft - Meine Lieblingscreme

Trockene Haut im Gesicht im Winter: was jetzt wirklich hilft

In über 20 Jahren als Kosmetikerin habe ich jeden Herbst dieselben Sätze gehört, sobald die Heizung läuft: Die Haut spannt nach dem Waschen, an den Wangen schuppt es, und die Creme, die im Sommer gereicht hat, reicht plötzlich nicht mehr.

Die drei wirksamsten Punkte vorweg:

  1. Sanfter reinigen. Lauwarmes Wasser, milde Reinigung, und lieber weniger als mehr.
  2. Reichhaltiger pflegen. Im Winter braucht die Haut mehr Fett, nicht nur mehr Feuchtigkeit.
  3. Lippen wasserfrei schützen. Wasserhaltige Produkte sind draußen bei Frost die falsche Wahl.

Warum die Gesichtshaut im Winter so leidet

Die Luft drinnen ist extrem trocken. Das liegt weniger an der Heizung selbst als an der Physik. Kalte Luft kann kaum Wasser halten. Holst du Außenluft mit 0 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit herein und erwärmst sie auf 20 Grad, bleiben rechnerisch nur noch rund 20 Prozent relative Luftfeuchtigkeit übrig. Diese trockene Luft zieht den ganzen Tag über Wasser aus der obersten Hautschicht.

Draußen kommen Kälte und Wind dazu. Kalte Luft ist ebenfalls trocken, und Wind verstärkt die Verdunstung. Gleichzeitig ziehen sich die Blutgefäße in der Haut zusammen, und die Talgdrüsen arbeiten langsamer. Der natürliche Fettfilm, der die Haut schützt, wird dünner.

Der ständige Wechsel. Von minus zwei Grad an der Bushaltestelle ins Büro mit 22 Grad und wieder zurück, mehrmals am Tag. Das ist für die Haut Schwerstarbeit, besonders an Wangen und Nase.

Das Ergebnis kennen die meisten: Spannen nach dem Waschen, raue Stellen, feine Schüppchen, manchmal Rötungen. Selbst wer im Sommer eher fettige Haut hat, bemerkt im Winter oft trockene Partien.

Den Händen geht es übrigens genauso. Was dort hilft, habe ich hier aufgeschrieben: Warum werden Hände trocken?

Reinigung: hier passieren die meisten Fehler

Viele trocknen ihre Haut nicht durch zu wenig Pflege aus, sondern durch zu viel Reinigung.

Lauwarm statt heiß. Heißes Wasser fühlt sich im Winter gut an, löst aber mehr Fett aus der Haut. Das gilt auch für die lange heiße Dusche, bei der das Gesicht mitgewaschen wird.

Mild statt gründlich. Wenn die Haut nach dem Waschen quietscht oder spannt, war die Reinigung zu stark. Ein milder Reinigungsschaum oder eine Reinigungsmilch reicht für Alltagsschmutz und leichtes Make-up.

Morgens reicht oft Wasser. Wer abends gründlich gereinigt hat, kommt morgens bei trockener Haut meist mit lauwarmem Wasser aus.

Peelings reduzieren. Körnige Peelings und Reinigungsbürsten belasten eine ohnehin trockene Haut zusätzlich. Im Winter lieber seltener oder ganz pausieren.

Abtupfen, nicht rubbeln. Das Handtuch sanft auf die Haut drücken. Reiben reizt die gestresste Haut unnötig.

Pflege: mehr Fett, nicht nur mehr Feuchtigkeit

Viele greifen bei trockener Haut zu Produkten, die vor allem Feuchtigkeit versprechen, also zu leichten Gelen und Fluids. Das ist im Winter oft zu wenig. Trockene Haut verliert Wasser, weil ihre schützende Fettschicht nicht mehr dicht genug ist. Sie braucht deshalb beides:

  • Feuchtigkeitsbinder wie Glycerin, Hyaluron und Panthenol, die Wasser in der Haut halten
  • Lipide wie pflanzliche Öle, Sheabutter oder Squalan, die die Oberfläche geschmeidig machen und die Verdunstung bremsen

Direkt nach dem Waschen eincremen. Solange die Haut noch leicht feucht ist, lässt sich die Creme gut verteilen und hält die Feuchtigkeit in der Haut.

Abends etwas mehr. Nachts hat die Haut Ruhe. Eine etwas großzügigere Menge am Abend ist bei trockener Haut sinnvoll.

Bei echtem Frost zusätzlich schützen. Für den Alltag mit kurzen Wegen draußen reicht eine reichhaltige Tagespflege. Wer länger in der Kälte ist, beim Skifahren, auf einer Winterwanderung oder bei der Arbeit im Freien, sollte zusätzlich eine wasserfreie Kälteschutzcreme auftragen. Stark wasserhaltige Produkte schützen bei Minusgraden schlecht.

Sonnenschutz in den Bergen. Schnee reflektiert UV-Strahlung stark. Im Flachland ist das im Winter kaum ein Thema, auf der Piste schon.

Lippen: das häufigste Winterproblem

Die Lippen haben kaum Talgdrüsen und eine sehr dünne Hornschicht. Sie trocknen im Winter deshalb als Erstes aus.

Nicht ablecken. Speichel verdunstet und nimmt dabei Feuchtigkeit mit. Das ist ein häufiger Grund für rissige Lippen.

Wasserfrei pflegen. Lipgloss und manche Lippencremes enthalten viel Wasser. Bei Frost ist ein Balsam auf Basis von Ölen, Butter und Wachs die bessere Wahl.

Regelmäßig nachlegen. Vor allem vor dem Rausgehen und vor dem Schlafen.

Die Wohnung: kleine Stellschrauben

Stoßlüften statt Kippfenster. Lüften muss sein, sonst droht Schimmel. Mehrmals am Tag kurz und weit öffnen tauscht die Luft schnell aus, ohne die Räume auszukühlen.

Nicht überheizen. Je wärmer die Raumluft, desto niedriger ist bei gleicher Wassermenge die relative Luftfeuchtigkeit.

Hygrometer aufstellen. Ein einfaches Messgerät kostet wenige Euro und zeigt, wie trocken die Luft wirklich ist. Bleibt der Wert dauerhaft sehr niedrig, kann ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer helfen. Wichtig: regelmäßig reinigen, sonst verteilt er Keime. Die Wasserschale auf der Heizung verdunstet dagegen zu wenig, um spürbar etwas zu ändern.

Wann du zum Arzt gehen solltest

  • stark gerötete, nässende oder brennende Stellen
  • Juckreiz oder Schuppung, die sich trotz konsequenter Pflege über Wochen nicht bessern
  • Ekzeme, die jeden Winter wiederkommen

Hinter hartnäckig trockener Haut kann mehr stecken als Winterluft, zum Beispiel Neurodermitis oder Rosazea. Das gehört in hautärztliche Hände.

Deine Winterroutine auf einen Blick

Morgens: lauwarmes Wasser oder milde Reinigung, abtupfen, reichhaltige Creme auf die noch leicht feuchte Haut, Lippenbalsam.

Vor längeren Stunden in der Kälte: zusätzlich wasserfreie Kälteschutzcreme, in den Bergen Sonnenschutz.

Abends: milde Reinigung, großzügig eincremen, Lippen pflegen.

Peelings: selten und sanft, bei gereizter Haut ganz pausieren.


Unsere Original Gesichtscreme habe ich für trockene Haut entwickelt. Sie verbindet Feuchtigkeitsbinder wie Glycerin, Hyaluron und Panthenol mit Distelöl, Sheabutter und Squalan und ist für Tag und Nacht gedacht. Eine Kälteschutzcreme für lange Stunden im Frost ist sie nicht, für den Winteralltag zwischen Heizungsluft und kurzen Wegen draußen ist sie gemacht. Sie enthält Lavendel, Litsea und Citronella, ist also leicht beduftet. Bei gereizter Haut oder bekannter Duftstoffempfindlichkeit ist ein parfümfreies Produkt die sichere Wahl.

Für die Lippen ist unsere Lieblings Pomade wasserfrei, auf Basis von Jojobaöl, Bienenwachs, Shea- und Kakaobutter. Zur Reinigung passt unser Reinigungsschaum. Und wer alles zusammen verschenken möchte: Das Geschenkset Pflege-Routine enthält Gesichtscreme, Handcreme und Lippenpflege.

Barbara Gallasch, Kosmetikerin

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